KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche - Sonntagsbriefe

Sonntagsbrief zum 13. Sonntag im Jahreskreis, 28. Juni 2020

Vom wahren Wert

Inhalt meines Geldbeutels +X Sigrid Grabmeier

„Die ihren Vater oder ihre Mutter mehr lieben als mich, passen nicht zu mir, und auch die, die ihre Söhne und Töchter mehr lieben als mich, passen nicht zu mir. Wer das eigene Kreuz nicht aufnimmt und mir nachfolgt, passt nicht zu mir. Wer das eigene Leben findet, wird es verlieren, und wer das eigene Leben meinetwegen verloren hat, wird es finden. Die euch aufnehmen, nehmen mich auf, und die mich aufnehmen, nehmen die Macht auf, die mich gesandt hat. Diejenigen, die einen Propheten oder eine Prophetin aufnehmen, weil sie prophetisch leben, empfangen Prophetenlohn, und die Gerechte aufnehmen, weil sie gerecht leben, empfangen den Lohn der Gerechten. Diejenigen, die einem dieser Geringen auch nur einen Becher mit frischem Wasser geben, weil diese Geringen leben wie Jünger und Jüngerinnen Jesu, wahrhaftig, ich sage euch, sie werden nicht um ihren Lohn kommen.“

Mt 10,37-42: Bibel in gerechter Sprache 

 

weitere Textstellen:

2 Kön 4,8 ff: Elischa zu Gast – Gastgeschenk: ein Kind, also Fruchtbarkeit

Ps 89: Treue ist im Himmel gegründet

 

 

Vom Wahren Wert

Radikales Ja als neue Bindung – was wird der Lohn sein? Was springt heraus?

Du selbst, entfaltet, ins Format gebracht.

Nicht jeder bekommt, was er verdient. Nicht jeder verdient, was er bekommt.

So wird vieles, was Normalität zu sein scheint, über Nacht auf den Kopf gestellt.

Die Ersten werden Letzte sein, wie an Kassen, die neu eröffnet werden,

und Letzte laufen überraschend als Erste ins Ziel.

Nicht alles, was einen Preis hat, hat einen Wert. Und nicht jeder Wert ist auch käuflich.

Die Frage, was uns etwas wert ist, drückt den Grad unserer Vor-Liebe aus.

Die Frage nach den unverrückbaren Werten, weist den Staat in die Schranken.

In Krisen wie der aktuellen Corona-Pandemie fahnden wir nach dem, was Leben und

was unsere Freiheit wert ist. Waren-Wert ist nicht der wahre Wert!

Es stellt sich heraus, welche Aufgaben die menschlich wirklich wichtigen sind, und wer

dem Allgemeinwohl die Treue hält, die, wie der Psalmist weiß, im Himmel gründet.

Und was wir einander schuldig sind, wenn es hart auf hart kommt. 

Wie viel Empathie und Solidarität wert sind. Und erst recht kreative 

Wege, einander nahe zu sein, ohne einander zu gefährden.

 

SCHICKSAL BINDET, FREIHEIT ENTFESSELT – 

 

um ein Versprechen zu riskieren. Sie informiert uns; wir formieren uns neu.

Wir haben die freie Wahl, uns im Geist Jesu neu zu scharen.

 

Wer ist meiner nicht wert?

Wer die Eltern mehr liebt Wer die Kinder mehr liebt

Wer Gebote nicht auf den Prüfstand stellt

Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt

Wer nur sein Leben allein sucht, rücksichtslos, 

Wer nur auf Titel und Ansehen achtet (Prophet, Gerechter)

Wer die Botschaft nicht aufnimmt wie ein Kind

Wer Durstigen keinen Becher frischen Wassers zu trinken gibt

Wer Niedergeworfenen auf dem Hals kniet

Wer das Gastrecht nicht achtet und Gastfreundschaft nicht übt 

(Elischa, mit Zügen von Jesus, der neues Leben weckt)

Wer die gängigen Beziehungen nicht relativiert

Wer sich nicht gegen das entleerte Luxus-Leben stellt

Wer einer intensiven Beziehung aus dem Weg geht

Wer nicht offen ist für den Weg der Liebe, der alles übersteigt 

Wer Verzeihung der Täter komplett ausschließt

Wer sich nicht aufrütteln lässt, Altes und Verbrauchtes hinter sich zu lassen

Wer sich der Verschwörung gegen die zwanghaften Theorien nicht anschließt

Wer sich nicht auf den je größeren Horizonteinlassen kann

Wer aus seiner Überzeugung keine Praxis macht

Wer nicht einen neuen Blick auf das Leben wirft

Wer den wahren Reichtum im Leben nicht erkennt 

 

Wer aber ist seiner wert?

Wer den Glauben aufrichtet, Hoffnung anhäuft,

wer Liebe entfacht und sie bedingungslos lebt

Und den Glaubenstärken

die Hoffnungmehren

kann einzig, wer die Liebe entzündet.

 © Günther M. Doliwa, 18.5.2020 (www.doliwa-online.de)

 

Bild: Inhalt meines Geldbeutels + X, Sigrid Grabmeier