Denn so hat Jesus die Welt und die Menschen geliebt, dass er bereit war, dafür zu sterben.
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass sie ihren Erwählten, ihr einziggeborenes Kind, gegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.
Joh 3,16 Bibel in gerechter Sprache
Danach wusste Jesus, dass schon alles vollendet war. Damit die Schrift erfüllt werde, sagte er: „Ich habe Durst.“ Ein Gefäß voll Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und brachten ihn an seinen Mund. Als Jesus den Essig bekommen hatte, sagte er: „Es ist vollendet.“ Er senkte den Kopf und gab den Geist auf.
Joh 19, 28-30 Bibel in gerechter Sprache
Denn so hat Jesus die Welt und die Menschen geliebt, dass er bereit war, dafür zu sterben.
In seinem Buch „Liebe! Ein Aufruf“ appelliert der Journalist und Schriftsteller Daniel Schreiber inständig, sich in Gesellschaft und Politik wieder auf die Bedeutung von Zusammenhalt, Gemeinwohl, innergesellschaftliche Solidarität und Verantwortung für die nachkommenden Generationen zu besinnen und der zunehmenden Kultur der Menschenverachtung und des Hasses etwas entgegenzusetzen. Er denkt über Texte beispielsweise von Albert Schweitzer, Hannah Arendt oder Erich Fromm nach und macht sie fruchtbar für uns und unsere Situation. Schreiber ist in der DDR aufgewachsen und gehört keiner Konfession oder Religion an, dennoch bezieht er die jüdische und christliche Tradition in seine Überlegungen mit ein. Unsere Begriffe von Liebe, so stellt er im Interview mit Matthias Dobrinski in Publik Forum 2026/ 2 fest, sind von der jahrhundertelangen Auseinandersetzung mit dem theologischen Verständnis von Liebe geprägt. - Gleichzeitig weist er auch auf den Missbrauch des Verständnisses von Nächstenliebe hin, wenn sie instrumentalisiert wird um auszugrenzen.
„Ich frage mich, wie sie aussehen könnte, diese Liebe. Wie könnten wir uns dazu bringen, mehr von ihr zu wagen – in unserem privaten und öffentlichen Leben, in unserem Umgang untereinander, in unserem politischen Miteinander, in unserem Verhältnis zur Welt? Wie könnte man deutlich machen, dass diese Liebe alles andere als wohlfeil ist, alles andere als naiv, schwach oder sentimental, sondern ein radikales Potential besitzt? Das radikale Potential uns der Welle von Menschenverachtung und Hass wirksam entgegenzustellen und unsere gesellschaftspolitische Lähmung zu überwinden? Das radikale Potential, eine leidenschaftliche Beziehung zu unserem Leben, unserer Gesellschaft und unserer Umwelt einzugehen? Auch wenn wir uns gelähmt fühlen, ohnmächtig und hoffnungslos: Wir sind es nicht. Wir haben so viel, wofür es sich zu kämpfen lohnt. So viel mehr als wir glauben.“(Daniel Schreiber, Liebe! Ein Aufruf; Hanser Verlag 2025, S. 42
„Ich möchte zu einer Ehrfurcht vor dem Leben im Sinne (Albert) Schweitzers aufrufen, zu einem (Hannah) Arendt´schen ´amor mundi`, zu eine (Erich) Fromm´schen Liebe zum Leben. Ich möchte dazu aufrufen die Chance wahrzunehmen, die in der gegenwärtigen Eskalation des Hasses in unseren politischen Diskursen steckt, die Chance, aus diesem hass eine Form der Liebe zu machen. Liebe kann nur dann Liebe sein, wenn man auch Gefühle wie Hass überwindet, eindämmt und über sie hinauswächst. (a.a.O. S.131)
Dass diese Liebe zur Welt weder harm- noch gefahrlos ist, daran denken wir heute am Karfreitag. Im Christentum haben wir ein als Leitfigur für unser Leben gleichsam ein ´role model`, einen der uns zeigt wie diese Welt-Verbundenheit aussehen kann, aber auch, dass sie die Mächtigen in Angst versetzt und entsetzliche Konsequenzen haben kann.
Wir denken heute an den Tod Jesu. Dieser ist exemplarisch für all das Leid, das Menschen über viele Jahrhunderte hinweg, überall auf der Welt, angetan wurde, weil sie diese Welt und die Menschen und Geschöpfe, die darauf leben, liebten und sich für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung eingesetzt haben
Wir denken heute an die Menschen, die dieser Welt entrissen werden, weil Habgier, Hass und Machtmissbrauch das Leben gering achten.
Wir denken an die Menschen, die in aller Not, die Kraft, den Mut und die Liebe haben und sich für diejenigen einsetzen, die hungrig, verwundet, verzweifelt und heimatlos sind.
Wir glauben an das Aufstehen aus Leid und Tod zum Leben durch die Liebe.
Sigrid Grabmeier
"Liebe! Ein Aufruf": Wie Zusammenhalt unsere Gesellschaft retten kann
Rezension und Interview NDR