KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche - Sonntagsbriefe

4. Sonntag im Jahreskreis,1. Februar 2026

Selig Segen sein

Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:

 

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. 

Mt 5, 1-12a Einheitsübersetzung

 

Selig Segen sein

Für viele Christ-Gläubige, besonders in evangelikalen Kreisen, gilt die Bibel selbst als göttlich, oft nennen sie sich deshalb gerne „bibeltreu“.

Wenn ich diesen Kreisen zuhöre scheint mir, dass von der Bergpredigt allein dies bleibt:

„Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.“

 

Gegenwind gegen die eigenen Meinungen wird als Bestätigung gewertet, dass sie auf dem rechten Weg sind. Sie sind auf dem Weg in den Himmel, während die, die anders denken und glauben als sie auf dem direkten Weg in die Hölle sind, in die ewigen Qualen. Denn sie allein sind die Gerechten, während die anderen vom gerechten Gott im „jüngsten Gericht“ verurteilt werden! Sie selber fahren zum Himmel auf, werden von ihrem Jesus entrückt, die anderen dagegen vernichtet.

 

Da steht die Bergpredigt nicht mehr für Frieden und Gerechtigkeit, für arm sein in GOTT, für Trost in Trauer, für Sanftmut und dafür Frieden zu stiften und zu kämpfen für Gerechtigkeit, es geht nicht um Barmherzigkeit und Erbarmen, geschweige denn um reine Herzen. Stattdessen werden nur noch als Kinder GOTTES betrachtet, die ihre Meinungen teilen. Sie erklären sich selbst und ihre Führer als Werkzeuge GOTTES auf Erden. In Wahrheit machen sie sich GOTT zum eigenen Werkzeug; GOTT tut was sie wollen und nicht sie tun, was GOTT will. Nur sind sie für diese Erkenntnis blind, denn sie sind in ihren Augen tief verwurzelt in „christlichen Traditionen“ und deshalb per se demütig und bescheiden getreu dem Motto: „Meine Bescheidenheit ist mein ganzer Stolz!“ Es gibt aber auch Leute, besonders Über-Reiche unter ihnen, die davon überzeugt sind, dass GOTT selbst sie bestätigt als Machthaber, denn ihr Reichtum kommt von GOTT was sie zu den rechtmäßigen Machthabern auf Erden macht. Wer Gott ehren will, muss sich vor ihnen und ihrer Macht beugen oder gebeugt werden.

 

Doch die Ansicht, dass Reichtum direkt mit Gottes Segen gleichzusetzen ist (Wohlstandsevangelium), wird von den meisten christlichen Konfessionen zurecht als Irrglaube abgelehnt. Nicht zuletzt, weil so ein Wohlstandsevangelium ganz eindeutig dem Geist der Bergpredigt widerspricht, weil es nicht mit ihm vereinbar ist. GOTT und Bibel werden zu Waffen in ihren selbstgerechten Händen! Die Christenheit ist deshalb aufgerufen, beide, Bibel und GOTT!, ihren selbstgerechten Händen zu entreißen.

 

„Ein Segen sollst Du sein!“ Das ist ein zentraler Satz aus der Bibel (Genesis 12,2), in dem GOTT Abraham verspricht, ihn zu segnen, damit er selbst zum Segen für andere wird!

 

Alles Liebe

Johannes Brinkmann / Essen

 

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