Sonntagsbrief zum Karfreitag, 15. April 2022

15. April 2022 von Sigrid Grabmeier

Karfreitag

 

Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn auspeitschen. Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen und setzen ihn auf seinen Kopf. Sie zogen ihm ein Purpurgewand an, kamen zu ihm, sagten: „Sei gegrüßt, König von Israel!“ und gaben ihm Ohrfeigen.

 

 

 

Sie nahmen ihn also und er trug selbst das Kreuz und ging hinaus zum Ort, der Schädelstätte genannt wird, das heißt auf Hebräisch Golgota. Dort kreuzigten sie ihn und zusammen mit ihm zwei andere, einen da, einen dort, Jesus aber in der Mitte.

 

 

 

Als die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und das Unterkleid und teilten sie in vier Teile, für jeden der Soldaten einen. Das Unterkleid war ungenäht, von oben in einem Stück gewebt. Sie sagten zueinander: „Wir wollen es nicht zerschneiden, sondern losen, wer es bekommt.“

 

 

 

Ein Gefäß voll Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und brachten ihn an seinen Mund. Als Jesus den Essig bekommen hatte, sagte er: „Es ist vollendet.“ Er senkte den Kopf und gab den Geist auf.

 

 

 

 Die Soldaten kamen, brachen dem ersten die Beine und dem anderen mit ihm Gekreuzigten. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, aber einer der Soldaten stach mit der Lanze in seine Seite, und sofort kam Blut und Wasser heraus.

 

 Johannes 19, 2-3; 17-18; 23-24; 29-30; 32-34  Bibel in gerechter Sprache

 

Karfreitag

Karfreitag. Der Tag an dem Gewissenlosigkeit, Hetze, Niedertracht, Geltungsdrang, Herrschsucht, Machtgelüste, Gewalt und Grausamkeit sich durchsetzen, ihren Sieg davontragen.

 

Karfreitag. Jeder Tag in einem Krieg ist ein Karfreitag.
Seit dem 24. Februar sind uns die Karfreitage mit dem Krieg in der Ukraine sehr nahe gekommen.
Und wir wissen, dass sie uns immer näher kommen können. Dass sie trotz Ostern weitergehen werden. 
Wie Ostern feiern? Überhaupt Ostern feiern? Auferstehung mitten im Sterben? Aufstehen?
 

Wann Ostern feiern, wenn nicht jetzt! 
Ostern als Gegenentwurf zu Zerstörung und Mord, zu Erniedrigung und Terror, zu Tod und Verwesung. 
Ostern als Hoffnung gegen alle Verzweiflung. 
Ostern als Erinnerung.
Ostern als Auftrag. 

 

Psalm 

  

In deine Welt hineingegeben hast du uns, 
als Menschen sind wir so geschaffen,
dass es uns frei steht, ob wir das Leben leben wie es dir gefällt.
 

Die eine Welt gehört uns nicht, du hast sie uns geliehen,
als Lebensmittel und als Heim, als Haus für alle und zum Frieden Finden.

 

Zerteilt ist diese Welt, in arm und reich, in fruchtbar und in leblos,
in stark und schwach, in herzlos und in liebend, in Überfluss und Not.
 

Ohnmächtig sind wir doch in deiner Welt, 
zum Frieden eingeladen, suchen wir den Krieg.
Selbst wenn wir diesen Frieden wollen, es fällt uns schwer, den Weg dorthin zu gehen.
 

Die Kriege enden nicht in deiner Welt, 
und wir entsetzen uns darüber Tag für Tag, 
Gott, wende dich nicht ab, bleib bei uns, zeige uns den Weg.
 
 

Wir bitten dich für alle die in deiner Welt, wehrlos, schutzlos, heimatlos,
für die, die ausgebeutet werden und misshandelt,
für Kinder, Alte, Schwache,
für die, die nur ihr eignes Leben haben, denn das der Ihren ging verloren.
 

Für die, die hoffnungslos im Schmerz versinken
für die, die flüchten, die die bleiben, für die, die nicht mehr weiter wissen,
für die, die abgewiesen werden,
für die, die Grenzen öffnen, Schutz bieten, Ruhe schenken.
  

Wir bitten dich für deine Welt, schenk uns die Kraft zum Frieden,
begleite uns, damit wir Menschen werden, die leben, so wie es dir gefällt.

 

Dass wir teilen, das Brot, den Wein, das Wasser und das Leben, 
und uns daran erinnern, dass wir Menschen nur zu Gast sind 
in deiner Welt.

 

Amen.

 

Sigrid Grabmeier

 Wir sind Kirche Online-Andacht interaktiv

Nächste Termine  jeweils Dienstag 19 Uhr 

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7. Juni 2022
5. Juli 2022

 

Die Wir sind Kirche-Online-Andachten entstanden, um auch in Corona-Zeiten im Gebet und Gespräch miteinander verbunden zu bleiben. Sie stehen in der Tradition der verschiedenen gottesdienstlichen Feiern bei den Bundesversammlungen, Begegnungstagen und PilgerRadTouren. Auch über die strengen pandemiebedingten Einschränkungen hinaus bieten wir die Online-Andachten mit Austausch zum Bibeltext und gemeinsamer Fürbitte weiterhin an. 

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