Sonntagsbrief zum 8. Sonntag im Jahreskreis, 26. Februar 2017

25. Februar 2017 von Reinhard Olma

Büttenpredigt ohne Bier

Büttenpredigt ohne Bier

Bunte Gaumenfreuden © Sigrid Grabmeier

Niemand kann zwei Mächten dienen. Entweder wirst du die eine Macht hassen und die andere lieben oder du wirst an der einen hängen und die andere verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Geld. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht ängstlich um euer Leben, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, auch nicht um euren Körper, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben viel mehr als Essen, der Körper viel mehr als Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sammeln auch keine Vorräte in Scheunen – und Gott, Vater und Mutter für euch im Himmel, ernährt sie. Unterscheidet ihr euch nicht in vielem von ihnen? Könnt ihr eurem Lebensalter auch nur eine kurze Strecke hinzufügen, indem ihr euch Sorgen macht? Und was sorgt ihr euch um Kleidung? Betrachtet die Blumen auf den Feldern, wie sie sich im Wachsen entfalten: Sie mühen sich nicht ab und spinnen kein Kleid. Doch ich sage euch: Nicht einmal Salomo in all seinem Glanz war schöner gekleidet als eine dieser Feldblumen. Wenn aber Gott selbst die Gräser auf dem Feld so kleidet, das Kraut, das heute da ist und morgen in den Ofen geworfen wird, um wie viel mehr euch, ihr Menschen mit wenig Vertrauen! So hört nun auf, euch zu sorgen und zu sagen: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Womit sollen wir uns kleiden? Auf all dies richten die Menschen der Völker ihren Sinn. Gott, Vater und Mutter für euch im Himmel, weiß ja, dass ihr dies alles braucht. Sucht hingegen zuerst die Welt und die Gerechtigkeit Gottes, und dies alles wird euch dazugeschenkt werden. Sorgt euch deshalb nicht um morgen, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Es reicht, wenn jeder Tag seine eigene Belastung hat.

Mt 6,24-34
Bibel in gerechter Sprache

Am Faschingssonntag ist es Brauch
und deshalb wollen wir es auch:
Wir halten heute keine Predigt,
die Sache ist für uns erledigt.
Und deshalb hört ihr heute hier
`ne Büttenpredigt ohne Bier.

Wir sehen uns nicht lange um,
es geht ums Evangelium.
Matthäus heißt der fromme Dichter,
ich hoffe, Euch geh‘n auf die Lichter.
Der liebe Gott – das liebe Geld –
was ist wohl wichtig auf der Welt?

Die Frage hören wir nicht gern,
der liebe Gott, der ist so fern.
Das liebe Geld, das ist uns nah,
ach wäre es doch immer da!
Und so muss sich ein jeder sorgen
ums Geld für heute und für morgen.

Wir wollen noch so vieles kaufen,
zum Anziehn, Essen und zum – Trinken.
Auch Reisen, die sind sehr beliebt,
ob Oma noch ein Scheinchen gibt?
Die Kinder sollen alles haben,
die Mädchen so wie auch die Knaben,
es soll ihnen mal besser gehn,
wenn sie auf eignen Beinen stehn.

Da muss Matthäus aber lachen:
Ihr sorgt Euch um die falschen Sachen!
Seht nur die Lilien auf dem Feld,
bei denen geht‘s ganz ohne Geld
und trotzdem sehn sie prächtig aus,
ganz ohne Auto, ohne Haus.
Und eines woll‘n wir nicht vergessen:
Sie sind lang nicht so vollgefressen,
wie manche unsrer Menschenkinder,
die kamen zu gut übern Winter.

Und auch die Vögel, hoch am Himmel,
die haben keinen solchen Fimmel,
stets nur zu schuften und zu raffen,
um noch was teures anzuschaffen.
Die zwitschern fröhlich übers Land
und sind dabei in Gottes Hand.

Da sind wir Menschen anders drauf,
wir sparen und wir heben auf,
wir sorgen uns und sorgen vor,
zu kurz kommt dabei der Humor.

Vor lauter Angst, was morgen ist,
da übersieht manch frommer Christ,
die Not, die heute ist zu lindern,
an Armen und an Flüchtlingskindern;
zu helfen dort, wo es tut Not,
mit frischem Wasser und mit Brot;
mit einem guten Wort vielleicht,
das den Verzweifelten erreicht.

Kurz, wir verpassen mit den Sorgen
um ein eventuelles morgen
das, was schon heute wär zu tun.
Und auch das, - mal auszuruh‘n
und uns zu freuen an den Gaben,
die wir von Gott empfangen haben;
zu sehn die Schönheit der Natur,
die uns umfängt in Wald und Flur;
die Zeit, mit anderen zu lachen,
was unvernünftiges zu machen.
Wir Christen könnten‘s besser wissen,
dass wir in allen Kümmernissen
doch leben stets in Gottes Hand.
Wie es schon der Psalmist empfand:
„Er ist mein Fels und Zuversicht.“
Und ohne ihn, da geht es nicht.

Doch er ist da, wir können lachen
Und über uns uns lustig machen.
Können getrost das heute leben,
morgen in seine Hände geben.
Wenn wir den Nächsten nicht vergessen,
dann können wir ganz fröhlich essen
und trinken in der Faschingszeit.

Gott hält all das für uns bereit,
was wir für morgen nötig haben
für unser Wohl und für die Gaben,
die wir mit Freude weiter geben,
damit auch andre besser leben,
in unserm und in seinem Namen.
Das wollt‘ ich heute sagen.
Amen

Reinhard Olma

Bildnachweis: Bunte Gaumenfreude © Sigrid Grabmeier

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