Sonntagsbrief zum 5. Sonntag der Osterzeit, 15. Mai 2022

14. Mai 2022 von Sigrid Grabmeier

Reich Gottes

 

Nachdem sie auch in dieser Stadt verkündigt und zahlreiche Schüler und Schülerinnen gewonnen hatten, kehrten sie zurück nach Lystra, Ikonion und Antiochia, stärkten dabei die Schülerinnen und Schüler, ermunterten und ermahnten sie, beim Glauben zu bleiben und „dass wir durch viele Bedrängnisse hindurch in Gottes Reich hineingehen müssen“. Sie wählten für sie in jeder Gemeinde Älteste, beteten unter Fasten und vertrauten sie dem Herrn an, an den sie nun glaubten. Sie zogen durch Pisidien und kamen dann nach Pamphylien; sie verkündeten die Botschaft in Perge und stiegen dann nach Attalia hinab und segelten von dort nach Antiochia ab, wo sie für die Aufgabe, die sie nun abgeschlossen hatten, der Freundlichkeit Gottes anvertraut worden waren. Dort angekommen, versammelten sie die Gemeinde und berichteten, was alles Gott an ihnen getan hatte und dass den Völkern die Tür zum Glauben von Gott geöffnet worden sei.

 

Apg 14,21-27

Bibel in gerechter Sprache

 

Reich Gottes

Reich Gottes. Das ist das erklärte Ziel der jesuanischen Botschaft. Es ist kein neues Ziel, denn durch die Schriften der hebräischen Bibel zieht sich die Verheißung und die Sehnsucht nach der Verwirklichung des Reiches Gottes. Gerechtigkeit und Frieden sind die Hauptmerkmale dieses Reiches, das irdische und himmlische Wirklichkeit umfasst. Schon Hanna gut 1000 Jahre vor dem Lobpreis der Maria jubelte Hanna, die Mutter des Samuel:

Keiner ist heilig wie der Heilige, ja keiner außer dir.
Keiner ist ein Fels wie unser Gott.

Die Bogen der Helden zerbrechen,
und die Strauchelnden rüsten sich mit Macht.
Die Satten müssen sich um Brot verdingen,
und die Hungrigen kommen zur Ruhe.
Sogar die Unfruchtbare gebiert siebenfach,
und die Kinderreiche welkt dahin.
 
Die Heilige tötet und macht lebendig,
führt hinab in die Unterwelt und herauf.
Die Heilige beraubt und bereichert, erniedrigt und erhöht,
richtet Geringe aus dem Staub auf,
erhebt Arme aus dem Müll,
um sie an die Seite der Edlen zu setzen.
Einen Ehrenplatz gibt ihnen Gott.

1 Sam, 2, 2; 4-8 Bibel in gerechter Sprache 

Das neue an der Botschaft des Jesus von Nazareth vom Reich Gottes ist, dass sie weiter getragen wird, über die jüdische Kultgemeinschaft hinaus. Diese Botschaft war stark, sie muss ungeheuer stark gewesen sein, denn sie versiegt nicht, sondern sie wächst. Gegen Widerstände und Verfolgung gewinnt die Botschaft Nachfolgerinnen und Nachfolge, Menschen, die sie sich zu Herzen nehmen und weitertragen. Sie überwindet sogar die Erfahrung, dass dieses Reich womöglich nicht zu eigenen Lebzeiten kommen wird und wird über Generationen hinweg weitergeben. Denn es wächst die Erfahrung, dass nicht Gott dieses Reich der Menschheit wie ein riesiges Geburtstagsgeschenk überreichen wird, sondern dass wir angewiesen sind, in doppeltem Wortsinn, als Menschen miteinander durch das Leben der Botschaft dieses Reich immer wieder neu zu errichten.

  

Der Evangelist Johannes überliefert die Weisung des Auferstandenen so: 

„Ich gebe euch ein neues Gebot, dass ihr euch gegenseitig liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr euch gegenseitig liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jüngerinnen und Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

Joh 13, 34-35 Bibel in gerechter Sprache 

Sigrid Grabmeier

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