Sonntagsbrief zum 3. Sonntag der Fastenzeit, 20. März 2022

18. März 2022 von Johannes Brinkmann

Der Feigenbaum

Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Winzer: Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Winzer erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen.Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen!

Lk13, 6-9 Einheitsübersetzung

 

Der Feigenbaum

 

Heute, am 15.03.2022, setze ich mich hin um diesen Sonntagsbrief zu schreiben. Heute vor genau einem Jahr hat der Vatikan erklärt, dass er die Sünde nicht segnen könne, und die römisch katholische Kirche eine Segnung homosexueller Partnerschaften deshalb ausdrücklich ablehnt.

Heute, genau ein Jahr später, herrscht Krieg in Europa.

 

Die beiden Klitschko-Brüder appellierten Anfang März schon aus dem umkämpften Kiew heraus an "alle geistigen Führer dieser Welt", nach Kiew zu kommen und Stellung zu beziehen und die „Ihnen verpflichtende moralische Funktion und mit Stolz die Verantwortung Ihrer Religion für unseren Frieden zu übernehmen“. Und dann wendet sich Vitali Klitschko zuerst an Papst Franziskus  und zuletzt an den Patriarchen Kyrill I. und lädt sie ein, nach Kiew zu kommen und ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk zu bekunden, ihr Mitgefühl zu zeigen und sich im Geist der Harmonie zu vereinen, den „mein Land und die ganze Welt brauchen“. Und Wladimir Klitschko fügte hinzu: „Einheit ist unser Schlüssel für Freiheit!“

 

Auch der ökumenische Rat der Kirchen schrieb an Kyrill I.: „Erheben Sie Ihre Stimme, damit der Krieg gestoppt werden kann! Die ganze Welt sieht mit großer Sorge zu und sucht nach einem Zeichen der Hoffnung.“ Der ökumensche Rat vertritt weltweit 580 Millionen Christinnnen und Christen, die russich-orthodoxe Kirche ist seit 1961 Mitglied in diesem Rat.

 

Aber Kyrill I. machte unmissverständlich klar, dass er dem Kriegsherrn Putin nichts entgegensetzen will, im Gegenteil. Er rechtfertigt den Krieg gegen den, Zitat, „sündigen Westen“ als „metaphysischen Kampf“. Er sprach von der Notwendigkeit, den christlichen Glauben zu verteidigen, und nutze dabei angeblich vom Westen aufgezwungene Schwulen-Paradren als quasi Rechtfertigung für kriegerische Handlungen.

 

Der Westen will die Sünde segnen und wer da nicht mitmachen will, wird ausgeschlossen! "Die Forderung vieler, eine Gay-Pride-Parade zu veranstalten, ist ein Test der Loyalität zu dieser sehr mächtigen Welt; und wir wissen, dass Menschen oder Länder, die diese Forderungen ablehnen, nicht Teil dieser Welt werden, sie werden zu Fremden in dieser Welt.“ sagte Kyrill I. in einer Predigt in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau.

 

Wir Homosexuellen sind an allem Schuld!

 

Weder Franziskus noch Kyrill I. haben die Einladung der Klitschko-Brüder annehmen wollen. Stattdessen vermeldet der Vatikan, dass Franziskus sich gerne in Moskau mit Kyrill I. zum Dialog treffen wolle. Auch Franziskus hatte Gay-Paraden schon als Schwulen-Propagnada bezeichnet und abgelehnt als Propaganda für die Sünde, die, wie wir vor einem Jahr wieder einmal erfahren mussten, ja auf keinen Fall gesegnet werden kann. Die von GOTT angeblich gewollte „Schöpfungsordnung“ muss verteidigt werden gegen den Angriff derer, die Sünde nicht mehr Sünde nennen.

 

Im Jahr 2000 habe ich mein Angebot aufgeschrieben, diese Schöpfungsordnung neu zu denken. Mein Angebot ist nicht gefällig gegenüber dem „Zeitgeist“, es verwässert nicht die Schriften, sodass Tiefsinn verloren ginge, im Gegenteil, der Tiefsinn nimmt zu. Und wurde ich erhört? Nein, meine Stimme rief ins Leere! Auf meiner Homepage www.johannesbrinkmann.de kann man meine Angebot einfach herunterladen und sich damit auseinandersetzen. Es ist ein Büchlein von nur 68 Seiten.

 

Was machen wir also mit diesem Baum der geistlichen Führer Franziskus I. und Kyrill I.? Trägt er Früchte? Ich habe den Boden um ihn herum aufgraben wollen und habe ihm Dünger zuführen wollen. Er ließ sich nicht aufgraben und hat den Dünger nicht aufgenommen, so verhärtet war er! Haut ihn nun um!

 

Johannes Brinkmann

 

 

Wir sind Kirche Gespräche am Jakobsbrunnen onlineG

 

22. März 2022 mit Prof. Dr. Wolfgang Beck, Pastoraltheologe

29. März 2022 mit Sr. Dr. Katharina Ganz, Generaloberin Oberzell

> www.wir-sind-kirche.de/jakobsbrunnen

 

Wir sind Kirche Online-Andachten interaktiv

Nächster Termine  Dienstag 19 Uhr 12. April 2022

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