Sonntagsbrief zum 2. Januar 2022

1. Januar 2022 von Sigrid Grabmeier

Kommunikation und Kreativität

Im Anfang war das Wort
und das Wort war bei Gott
und das Wort war Gott.
Dieses war im Anfang bei Gott.

Alles ist durch das Wort geworden
und ohne es wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war Leben und
das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis
und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet,
kam in die Welt.
Er war in der Welt
und die Welt ist durch ihn geworden,
aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum,
aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen,
gab er Macht, Kinder Gottes zu werden,
allen, die an seinen Namen glauben,
die nicht aus dem Blut,
nicht aus dem Willen des Fleisches,
nicht aus dem Willen des Mannes,
sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt
und wir haben seine Herrlichkeit geschaut,
die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater,
voll Gnade und Wahrheit.

Joh 1,1-5; 9-14 Einheitsübersetzung

 

Kommunikation und Kreativität.

 

„Im Anfang“ so beginnt ja auch das erste Buch der Bibel, die Genesis. Ganz bewusst stellt Johannes an den Beginn seines Buches über die Botschaft Jesu. Damit ist ein Bezug gesetzt, der den Anspruch erhebt: Hier wird die Bibel weitergeschrieben. Im Hebräischen bedeutet das Wort „Wort“ nicht nur „Wort“ . Es bedeutet auch „Tat.“ Das Wort ist also nicht nur das Gesprochene, es beinhaltet auch zugleich die Wirkung des Wortes. Und so knüpft diese Aussage noch weiter an das erste Buch an: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ - durch das Wort. Johannes tastet sich in den ersten zweiundzwanzig Worten an das Wesen der Gottheit heran: Kommunikation und Kreativität. 

 

Seit 1991 wird in Deutschland im Januar das „Unwort des Jahres“ aus dem Vorjahr gewählt. In den letzten Jahren waren das: Corona-Diktatur und Rückführungspatenschaften (2020), Klimahysterie (2019), Antiabschiebeindustrie (2018), Gutmensch (2015), Lügenpresse (2014) oder Sozialtourismus (2013). - Die Auswahl macht deutlich, was Unworte des Jahres besonders auszeichnet: Sie diskreditieren, die diskriminieren, sie verharmlosen oder machen Menschen oder Situationen lächerlich. Diese Unworte bleiben keine Worte, auch sie werden zu Taten, aber sie setzen nicht auf Kommunikation sonder auf Beleidigung, auf Verhetzung und falsche Darstellung, sie haben nicht das Ziel etwas zu erschaffen, sondern zu zerstören.

 

Die Gottheit, die Johannes uns vor Augen stellt, ist anders. Wir wissen nicht genau wie, aber sie hat den Menschen das Wort geschenkt und die Fähigkeit zu schaffen. Das Göttliche ist in unserem Leben verwirklicht. Ein Grund mehr, darauf zu achten, was wir mit unseren Worten und Taten bewirken.

 

 

Sigrid Grabmeier

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