Sonntagsbrief zum 13. Sonntag im Jahreskreis, 30. Juni 2019

27. Juni 2019 von Cristy Orzechowski

...wie der Geist unter uns lebendig ist...

Animador Leandro @ Cristy Orzechowski

Darum freut sich mein Herz. Meine Würde tanzt!
Mein Körper ist wirklich in Sicherheit.

Du überlässt mein Leben nicht dem Totenreich.
Du lässt nicht zu, dass die, die dich lieben, das Grab sehen.

Du zeigst mir den Pfad des Lebens:
Freudenfülle vor deinem Antlitz,
Zärtlichkeit in deiner Rechten immerzu.

Ps. 16, 9-11 Bibel in gerechter Sprache 

 

Zur Freiheit hat uns der Messias befreit, steht also aufrecht und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Sklaverei fangen. 

Ihr aber, Schwestern und Brüder, seid zur Freiheit gerufen, nur sei die Freiheit kein Vorwand dafür, es der herrschenden Weltordnung nachzumachen, sondern durch die Liebe sollt ihr füreinander Sklavendienst leisten. Denn die ganze Tora ist in einem einzigen Wort erfüllt: Liebe deinen Nächsten und deine Nächste wie dich selbst. Wenn ihr einander jedoch reißt und beißt, seht zu, dass ihr voneinander nicht aufgefressen werdet. Ich sage aber: Lebt in der Geistkraft und ihr werdet euch von den Begehrlichkeiten, die in der Hörigkeit gegenüber der herrschenden Weltordnung wurzeln, nicht steuern lassen. Denn der herrschaftshörige Impuls begehrt gegen die Geistkraft auf; die Geistkraft aber gegen die Herrschafts-Hörigkeit: Diese beiden sind das wirkliche Gegensatzpaar, und deswegen tut ihr nicht, was ihr eigentlich tun wollt.Wenn ihr euch aber von der Geistkraft leiten lasst, steht ihr nicht unter der Gesetzesanordnung. 

Gal 5,1,13-18 Bibel in gerechter Sprache

...wie der Geist unter uns lebendig ist...

Zu dem empfohlenen freien und angstlosen Tun in der Fülle des Hl. Geistes, eingezwängt in der permanenten Spannung zum Gesetzesgehorsam, fällt mir der Ökumenische Pfingst- Gottesdienst Vorort ein—unter dem Stichwort TEILEN…, was auch in sehr guter und aktuell helfender Weise geschah. Das gemeinsame Abendmahl allerdings fehlte! Als ich auf diese Teil-Lücke aufmerksam machte, bekam ich zwei priesterliche Antworten: Die eine: „Man muss nicht gleich alles haben… Es muss auch noch eine Sehnsucht bleiben. Was bliebe sonst für den Himmel übrig.“

Die andere: "Man muss Geduld haben mit dem Wirken des Hl. Geistes. Die Ungeduld entfacht dessen Kraft nicht wirklich…". Enttäuscht gehe ich vondannen und denke wie oft: der/die Heilige Geist wäre schon längst „zu Potte gekommen“, wenn wir Ruach nicht die Gesetzeslast auf die Flügel lüden….Eine® jed® von uns hat den GEIST-Reichtum in sich zu erkennen und dafür einzustehen.

Maria2.0 war für mich eine solche Übung und Zeichensetzung, ebenfalls der Europa-Brief für den Frieden und die dafür angeregte Spenden-Aktion für des Forum ZFD(Ziviler Friedensdienst e.V. zum 2o./21. Juni. Beginn der Tätigkeit des Europa-Parlamentes...

In meinem Buch "Seine kleine Gegewart" habe ich meine Gedanken zum Wirken der Geistkraft und die Konsequenzen gemacht.

 

 

AN DER ZEIT

Wenn es so
gemütlich wird
in unseren Kirchen,
ist es an der Zeit
aufzustehen.

Wenn der Gehorsam
zur einsamen Größe wird,
ist es an der Zeit
den Widerspruch zu
unserem eigenen zu machen.

Wenn Mitläufertum
als Wohlverhalten
in unseren Kirchen prämiert wird,
ist es an der Zeit
gegen den Strom
Zeugnis abzulegen.

 

 

 

LEHRE DES MEISTERS

Die Gesetze,
die unseren Weg
einrahmen,
können
uns nicht hindern,
die Liebe
zur Richtschnur
allen Tuns
zu machen
Im Geheimnis der Liebe
kann das Gesetz
weiter gehen
als bis zum Paragraphen.
 
Das ist die
Lehre des Meisters,
mit der wir
Seine Gegenwart
unter uns provozieren.

Aus diesem Geist des Meisters können wir unsere, auf den Himmel ausgesiedelten Träume und die überzogene Gesetzes-Orientierung, zurück in die oft so verzagte–geisthungrige Welt verorten, gemeinsam mit dem Wegbereiter des Geistes-

 

Animador Leandro

CHRISTUS DER ARMEN

 
… von Gott gesandt
eingeboren in unsere menschliche Not
und in die Nähe
der geisthungrig-verlorenen Menschheit…
 
Aus dieser
Gottestiefe
unserer Welt
machen wir uns auf
zur Ausentfaltung
Seiner hilfsbedürftigen
Träume.

An der Zeit  Lehre des Meisters

 

Ich träumte einen solchen Traum. Plötzlich im Schlaf überkam mich der Geistesblitz: 

Es erschien mir vollgegenwärtig der 92 jährigen Animador Leandro, der bei meinem letzten Peru-Besuch mit dem Fahrrad gekommen war, um mich zu sehen. Seine Tochter hatte ihn geschoben… Anders war es nicht mehr möglich. Ich erinnerte das indigene >Liebesgesetz<:  Reciprocidad=Gegenseitigkeit--und bat jemanden dort in Peru, Leandro eine kleine Lebensgabe meinerseits zu schenken..  Per Mail erfuhr ich die Freude dieses alt gewordenen ehrenamtlichen Mitarbeiters.-- Leandro konnte damit seiner kranken Frau helfen, außerdem schrieb er ein Vermächtnis an unsere Basis-Gemeinden-Organisation Vorort, nicht aufzugeben in der geistbetonten Aufgabe, eine lebendige Kirche zu bilden; und inmitten so zahlreicher Unbilden Zeugnisgebende der Liebe und der Hoffnung zu sein..

Wir beide erfuhren dieser Tage neu: wie der Geist unter uns lebendig ist, wie er unsere Würde zum Tanzen bringt, uns lehrt, den starren Gesetzesblick durch Liebe auszuankern. Wir lernten etwas über unsere Nähe: Entfernungen zwischen Nächsten gibt es nicht…; nur Gottesferne!

Cristy Orzechowski

Fotos: Animador Leandro aus Santiago de Pupuja/Puno-Peru

Texte aus SEINE KLEINE GEGENWART…©Cristy Orzechowski

 

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