Dritter Sonntag im Advent, 14. Dezember 2025
Glücklich die Menschen, deren Hilfe der Gott Jakobs ist,
deren Hoffnung sich auf den Heiligen, ihren Gott, richtet,
der Himmel und Erde gemacht hat,
das Meer und alles, was in ihm ist,
der seine Zuverlässigkeit ewig bewahrt.
Psalm 146, 5-6 Bibel in gerechter Sprache
Mitschwingen
CHORGESANG DES MEERES
In sanften Schwüngen lässig hingeworfen
von einem Gott, der dem Meer gestattet,
am Ufersaum Schaum zu lecken.
Ein Gegengott erlaubt dem Land, sich die
laufwunden Füße zu netzen im salzigen Nass,
das schnell versickert im Sand,
der glucksend huschende Schatten schluckt.
Mondsichel an Mondsichel gehangen,
die den Strand anflehen und umgarnen.
Wellenschwingen wischen sich trunken
Schaum von den triefenden Lippen.
Immerwährendes Wogen der Schaukel.
Immer klingender Chorgesang.
Immerzu Mondmusik an den Stränden.
Was aber geht ins fangbereite Netz,
um den Hunger des Menschen
doch nicht zu stillen für immer?
Und das Ohr formt sich zur Muschel.
Herz und Ewigkeit rauschen ineinander.
Der Erdteil singt sein süßes Willkommen.
Die Zungen ausschwingender Fluten
züngeln zum Abschied.
Zwischen Geben und Nehmen
wird das Geschenk zum Ereignis.
Zwischen Kommen und Gehen
schäumende Gegenwart, und dann noch der
Wandelhimmel, in gewaltiges Blau getunkt
oder mit Abendröte flambiert.
Was will der Mensch mehr
als mitzuschwingen.
Günther M. Doliwa, in Magnificat – Nichts kann bleiben wie es ist. S. 33
www.doliwa-online.de
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