Mittwoch der dritten Adventwoche, 17. Dezember 2025

Jakob war Vater von Josef, dem Mann von Maria. Sie wurde die Mutter von Jesus, der Messias genannt wird. Es sind – zusammengezählt – 14 Generationen von Abraham bis David und 14 Generationen von David bis zur Babylonischen Zwangsumsiedlung und 14 Generationen von der Babylonischen Zwangsumsiedlung bis zum Messias.

Mt1, 16-17 Bibel in gerechter Sprache

Gotteserfahrungen

So sollst du vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen: Ein umherirrender Aramäer war mein Vater; der zog hinab mit wenigen Leuten nach Ägypten und blieb daselbst als Fremdling und ward daselbst zu einem großen, starken und zahlreichen Volke. Aber die Ägypter misshandelten uns und bedrückten uns und legten uns harte Arbeit auf. Da schrien wir zu dem Herrn, dem Gott unserer Väter, und der Herr erhörte uns und sah unser Elend, unsere Mühsal und Bedrückung; und der Herr führte uns heraus aus Ägypten mit starker Hand und ausgestrecktem Arm, unter großen Schrecknissen, unter Zeichen und Wundern, und brachte uns an diesen Ort und gab uns dieses Land, ein Land, das von Milch und Honig fließt. Und nun bringe ich dir die Erstlinge von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, o Herr (Dtn 26,5-11).     

Dieses „Credo” berichtet von Ereignissen, die Menschen in der Vergangenheit widerfahren sind und die sie als Gotteserfahrungen deuteten. Es erzählt von einem Gott, der sich um Menschen kümmert, die in Not geraten sind. Bemerkenswert ist, dass diese zeitlich weit zurückliegenden Geschehnisse von den gegenwärtig Lebenden auf sich selbst bezogen werden („die Ägypter misshandelten uns, wir schrien...”). Doch es bleibt nicht beim bloßen Erinnern und Erzählen. Die Erinnerung ist performativ. Sie bleibt nicht bei den Worten hängen, sondern gibt den Anstoß zum Handeln hier und jetzt. Es werden praktische Konsequenzen genannt, die jeder einzelne gleichsam als handlungsorientierte Antwort auf das göttliche Heilshandeln zu ziehen hat. Wer sich zu einem menschenfreundlichen, freiheitsliebenden Gott bekennt, muss selbst menschenfreundlich und freiheitsliebend sein. 

Das diesem „Credo“ zugrundeliegende Gottesbild basiert auf der Erzählung von der Gottesbegegnung des Mose im brennenden, aber nicht verbrennenden Dornbusch. Mose habe ihn nach dem Namen gefragt. Die Antwort lautete: „ICH-BIN-DA…  Das ist mein Name für alle Zeit“ (vgl. Ex 3,1-15). Der „Name“ lautet im hebräischen Urtext „Jahwe“. Oder genauer JHWH, denn das Hebräische kennt keine Vokale. Eine genaue Übersetzung dieses Gottes-„Namens“ erweist sich als schwierig. Der jüdische Theologe und Philosoph Martin Buber schreibt dazu: „JHWH sagt hier nicht, dass er unbedingt oder dass er ewig sei, sondern dass er [...] bei seinem Volke bleiben, mit ihm gehen, es führen wolle“.

 

Prof. Dr. Norbert Scholl: 1700 Jahre alt – dringend revisionsbedürftig: Das Glaubensbekenntnis des Konzils von Nizäa 

(3.1 Das Gottesbild der Bibel)

 

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